Reflektor richtig falten

08.10.2020

Faltreflektoren gehören auf jedes Film- und Foto-Set – darüber ist man sich in der Branche einig. Doch wie faltet man sie schnell und richtig zusammen? Hierbei gibt es unterschiedliche Ansichten und Theorien. "The struggle is real!" Um die viel diskutierte Frage zu klären, zeigen wir in diesem Blogeintrag eine einfache Falttechnik.

Das unverzichtbare Accessoire

Wird draussen mit natürlichem Licht gefilmt, so kann ein Reflektor als grosse Unterstützung dienen, um das Sonnenlicht in die optimale Richtung zu lenken. Nicht nur die Lichtrichtung kann verändert werden, sondern auch die Intensität. Aufgrund der flexiblen und schnellen Einsatzmöglichkeiten der Faltreflektoren werden sie, sowohl in Low-Budget, als auch in Grossproduktionen eingesetzt.

Grundsätzlich spielt es keine Rolle, welches Material man zur Reflexion einsetzt. Dies kann eine beliebige Fläche sein, die Licht reflektieren kann. Als Reflektoren können so beispielsweise auch grosse Papierblätter, Alufolie, oder Bettlaken dienen.

In Studioproduktionen kommen häufig klassische Polystyrolplatten zum Einsatz. Ihre Vorteile sind der tiefe Preis, das leichte Gewicht und die Modifikationsmöglichkeiten, falls die Farbe geändert werden soll. Im Ausseneinsatz sind die fortgeschrittenen Faltreflektoren jedoch beliebter. Durch ihre Faltfunktion passen sie in fast jede Transporttasche. Häufig werden sie in Fachgeschäften im “5 in 1” Set verkauft, das folgende Varianten anbieten:

  • mit einer weissen Oberfläche
  • mit einer schwarzen Oberfläche
  • mit einer silbernen Metalloberfläche
  • mit einer goldenen Metalloberfläche
  • mit einer transparenten Oberfläche

Weiss wird dann eingesetzt, wenn das Licht am natürlichsten reflektieren soll. Schwarz kommt als Abschatter und zur Minimierung von unerwünschtem Streulicht zum Einsatz. Bei Silber kann die Intensität erhöht werden, wodurch stärkere Kontraste und knackigere Farben erzeugt werden. Mit Gold wird eine Wärme mit grosser Intensität und Lichtausbeute erzielt. Transparent erzeugt eine weichere Ausleuchtung ohne Schatten.

Neben den unterschiedlichen Oberflächen sind Faltreflektoren in verschiedene Formen und Grössen erhältlich. Kleine Formate eignen sich vor allem für die Makro- oder Produktaufnahmen, wobei grössere Formate hingegen für Einstellungsgrössen wie z.B. Halbtotale oder Halbnahe geeignet sind.

Ein Beispiel aus unserer Praxis

Vor Kurzem hatten wir einen Dreh in Luzern. Um ca. 10 Uhr stand die Sonne bereits sehr hoch am Himmel, weshalb das Licht frontal sehr stark war. Den Reflektor haben wir in diesem Beispiel als Diffusor eingesetzt, um die Intensität des Sonnenlichts abzuschwächen. Ohne diesen Einsatz hätte die Person sehr starke Schatten im Gesicht gehabt und wäre von der Sonne geblendet worden. Wer genau hinschaut, erkennt im unteren Bildrand links, wie stark die Sonne an das Geländer strahlt.

So wird's gemacht!

Lassen wir nun die Katze aus dem Sack und klären die heilige Frage, wie man den Faltreflektor am schnellsten und einfachsten zurück in den passenden Sack kriegt. Eines vorweg: Da es unterschiedliche Formen und Grössen gibt, eignen sich unterschiedliche Techniken je nach Anwendungsfall. Im Filmalltag wird jedoch ein Faltreflektor von einem Durchmesser von rund einem Meter am häufigsten eingesetzt. Daher zeigen wir dieses Beispiel im folgenden Video.

Best Practice

Man fasst den Faltreflektor mit beiden Händen auf den gegenüberliegenden Seiten an und dreht die Hände anschliessend in entgegen gesetzte Richtung. Dadurch faltet sich das Teil zusammen. Et voilà, das wäre schon der ganze Zauber – probier's aus!


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